Autor Thema: Lenkerschloss defekt  (Gelesen 642 mal)

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Offline bird

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Lenkerschloss defekt
« am: 2017 November 11, 12:13:46 »
Hallo an alle,

nach einigen Jahren hat meine 125er Varadero von 2004 mit ca. 40 tkm den ersten Defekt: Das Lenkerschloss lässt sich nicht mehr entriegeln.
Sie stand etwa 5 Tage ungenutzt rum und als ich mal wieder fahren wollte, ließ sich der Schlüssel nicht mehr drehen. Das hat damit angefangen, dass ich den Schlüssel erst nicht richtig in das Schloss bekam. Ich habe dann den Zylinder und das Schloss mit WD40 geflutet. Der Schlüssel geht jetzt wieder leicht in das Schloss, aber entriegeln lässt es sich nicht - auch nicht mit dem Ersatzschlüssel.

Ich habe bereits versucht, die Lenkerbrücke abzubauen, um dann festzudtellen, dass man sie nicht abheben kann, wenn das Lenkerschloss verriegelt ist. Am Schlosszylinder sind insgesamt 4 Schrauben. 2 auf der rechten Seite konnte ich lösen. An der linken Seite rutsche ich immer wieder ab (Abrissschraube?).

Jetzt bin ich mit meinem Latein am Ende. Hat jemand eine Idee was ich noch tun kann?
Selbst wenn ich ein neues Schloss kaufe, wüsste ich nicht, wie ich das einbauen kann, wenn das Schloss noch verriegelt ist.

Offline schubsi

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Re: Lenkerschloss defekt
« Antwort #1 am: 2017 November 11, 14:44:40 »
Zitat
das Schloss mit WD40 geflutet
Meine Erfahrung ist die, dass man Geduld haben muss, nach dem Fluten...

Bei meiner Yamaha zickte auch mal das Schloss: Hier musste ich "in gewisser Weise" den Schlüssel verkanten, einfach mal ein wenig experimentieren, aber keinesfalls mit Gewalt, bitte.
Bei der TDR stellte sich heraus, dass der Schlüssel und auch das Schloss verschlissen waren. Ein findiger Schlüsseldienst-Mensch konnte mir eine (mikro-minimal) abgewandelte Version meines Schlüssels herstellen (war nicht billig und ging auch nicht schnell, der Mann musste das auch erst mehrmals "ertasten"), mit dem kann ich jetzt gut umgehen...

Meine Lehre daraus: Öfters mal einen pflegenden Tropfen in das Schloss träufeln, nicht erst dann, wenns "zu spät" ist.  :daumenhoch:

LG

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Offline Richi

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Re: Lenkerschloss defekt
« Antwort #2 am: 2017 November 11, 18:41:25 »
So als findiger Schlüsseldienstmensch:
Das Innere von KFZ-Zylindern ist immer ähnlich aufgebaut.

Plättchenzuhaltungen aus Messing, bei den üblichen Wendeschlüsseln ofmals abwechselnnd rechts/links bzw oben/unten mittels relativ winziger Federchen versehen (um das "Abtasten" zu erschweren).
Das Grundproblem liegt aber meist am Material des Kerngehäuses (der sich drehende Teil, falls der Schlüssel passt) bzw. dem Mix an Materialien im Schlossbereich.
Zamag, eine Alu-Legierung und Messing, beides oft vernickelt oder verchromt, Stahlteile integriert oder seitens des Rahmens halt außenrum, Staubschutzkappen aus Edelstahl und dann noch das Material der Federn.

Es kann sich nun jeder vorstellen, dass ein solcher Materialmix unter freiem Himmel und der Witterung ausgesetzt in Verbindung mit Wasser und Straßenschmutz (oder gar Salz) herrliche elektrochemische Spannungsreihen bildet.
Das unedlere Metall wird oxidiert/erodiert, quillt als Oxid gerne auf, allfällige Beschichtungen aus Chrom/Nickel lösen sich ab, Federn werden regelrecht gefressen.

Dieses Problem (Materialmix) ist im gesammten KFZ-Bereich präsent, scheint aber die Erbauer nicht wirklich zu interessieren.

Wie Schubsi schon schrieb, hilft da nur regelmäßige Pflege zur Vorbeugung und auch (viel) Geduld, wenns erstmal zu spät ist.
Im schlimmsten Fall hilft leider gar nix mehr.

Mein Fazit:
Dein Schlüssel hat die Plättchen gegen die Federn auseinandergedrückt und eigentlich sollen diese durch die Federn am Schlüsselprofil entlanggleiten.
Leider ist wohl mindestens eines davon in der weitesten Stellung stecken geblieben.
Daher rührt sich aktuell nichts. Denkbar wäre auch , dass radial (also außenrum) irgendwas die Drehung blockiert.

Mein TIP:
Fleißig weiterfluten, das spült den verantwortlichen Mist hoffentlich raus. Mit dem Griff eines mittleren Schraubendrehers den Bereich regelmäßig abklopfen um den Mist zu lockern (loszuprellen).
Ich rate vorerst von weiteren Einsätzen des Schlüssels ab. Dieser könnte die steckenden Plättchen an den Stellen wo sie gleiten sollten beschädigen.
die linke Hand zum Gruß
                Richi
          

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Offline bird

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Re: Lenkerschloss defekt
« Antwort #3 am: 2017 November 12, 10:12:25 »
Vielen Dank für die kompetenten Antworten.
Ich werde also weiter fleißig WD40 reinkippen und hoffen.

Offline bird

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Re: Lenkerschloss defekt
« Antwort #4 am: 2017 November 23, 14:30:10 »
So, nun habe ich das Schloss alle paar Tage mit WD40 weiter behandelt und hin und wieder am Zylinder rumgeklopft. Leider war alles ohne Erfolg. Heute war die Pannenhilfe da, die mir aber auch nicht weiterhelfen konnte.
Hat sonst noch jemand eine Idee?
Als nächstes werde ich wohl ein neues Schloss kaufen. Leider weiß ich nicht, wie ich das alte da rausbekomme. Das klemmt ja zwischen Lenkerbrücke und Lenkerschloss fest.

Offline schubsi

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Re: Lenkerschloss defekt
« Antwort #5 am: 2017 November 26, 10:00:35 »
Zitat
Leider weiß ich nicht, wie ich das alte da rausbekomme.
Schon mal bei einem Fachbetrieb (Honda...) vorgesprochen?

Nicht ohne Grund wird einem Hobbyschrauber das Leben schwer gemacht, wenns um solcherlei Teile geht. Wenn es so einfach wäre, hätten Menschen, "die mein und dein nicht unterscheiden können", ein leichtes Spiel.

Ich würde vermuten, dass Du bei einem Reparaturversuch entweder sowieso scheiterst oder gar noch mehr beschädigst, als unbedingt nötig. Ein neues Schloss bzw. Schlosssystem kostet bei original Honda sicherlich ne Menge Geld (Apothekenpreise), aber vielleicht kannst Du die Werkstatt überreden, ein von Dir besorgtes Schloss einzubauen, um die Kosten im Rahmen zu halten ?!

Falls das "Geraffel drumherum" (Transport zur Werkstatt etc.) zu aufwendig ist: Ich habe auch schon von Moppet-Doktoren gehört, die mit ner beeindruckenden, mobilen Ausrüstung Hausbesuche machen... Eine Empfehlung habe ich nicht, nein...

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