Autor Thema: Diode Benzinpumpe  (Gelesen 486 mal)

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Offline gilletter1

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Diode Benzinpumpe
« am: 2017 November 25, 00:27:37 »
Tach jesacht,

ich lese hier immer was davon, das die Kontakte der Benzinpumpe schneller verschleißen, weil die Diode defekt ist.

1. Was hat die Diode für eine Aufgabe ?

2. Warum geht die Diode überhhaupt kaputt ?

Habe zu diesen Fragen erstmal nichts gefunden.


 
Gruß Markus

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Offline Richi

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Re: Diode Benzinpumpe
« Antwort #1 am: 2017 November 25, 08:27:01 »
Da werde ich mal ein wenig weiter ausholen.

Funktion der Pumpe:
Wir haben durch die Spule der Pumpe eine sogenannte induktive Last am Bordnetz.
Durch das Schalten des Pumpenkontaktes wird der Strom durch die Spule ständig an und ab geschaltet.
Ein Magnetfeld bildet sich. Ein Kolben, welcher mit der Membrane verbunden ist, bewegt sich in dem Magnetfeld.
Das Öffnen des Kontaktes erfolgt durch den Druckaufbau in der zu den Vergasern führenden Leitung.
Sinkt der Druck, senkt sich der Kontakt erneut und schaltet die Spule.

Zum Problem:
Im Moment des Abschaltens bricht das durch die Spule aufgebaute Magnetfeld zusammen und ein entgegengesetztes Magnetfeld bildet sich.
Dadurch haben wir 2 Probleme zu lösen.

1) Durch das entgegengesetzte Feld bildet sich zum einen ein dem ursprünglichen Strom engegengepolter Strom.
2) Die ebenfalls polverkehrte Spannnung ist um ein Vielfaches höher als die ursprüngliche Spannung.
    Sie beträgt in unserem Fall einige hundert Volt im Gegensatz zu den 12 Volt des Bordnetzes.

Im Idealfall machen verkehrter Strom und hohe Spannung der Bordelektronik nichts aus, da der Pumpenkontakt ja offen "wäre".
"wäre" erklärt sich gleich.

Durch die wesentlich höhere Spannung bildet sich beim Öffnen des Kontaktes ein Funke/Lichtbogen.
Wegen dem Lichtbogen wandert Kontaktmaterial von der positiven zur negativen Seite und es kommt zusätzlich zum Abbrand (Verdampfen von Kontaktmaterial).

Die Materialwanderung kann durch entsprechendes Kontaktmaterial minimiert werden.
Der Funke sollte/muss zur Schonung der Fahrzeugelektrik und natürlich des Kontaktes so rasch wie möglich gelöscht bzw. gedämpft werden.
Hier kommt nun die Diode ins Spiel (zusätzlich wäre auch ein Kondensator zu empfehlen).

Zweck der Diode:
Die Diode ist so eingebaut, dass sie bei geschlossenem Kontakt den 12 Volt gegenüber sperrt.
Für die entgegengesetzte Spannung bzw den Strom ist sie demnach durchlässig, schließt also die paar hundert Volt kurz und löscht den Funken damit rasch.

Die Diode im Original war/ist wohl für eine zu geringe Spannung ausgelegt bzw altert vorzeitig und fällt bei dieser Art Pumpe auch bei vielen anderen Motorradmodellen irgendwann aus.
Bei den Vergaserpumpen äußert sich das dann naturgemäß dadurch, dass die Pumpe bzw eigentlich der Kontakt ausfällt.
Ein neuer Kontaktsatz ist ohne neue Diode schon nach wenigen hundert oder tausend km erneut hinüber.
Man erkennt auch mit freiem Auge einen deutlichen Unterschied am Lichtbogen mit/ohne Diode (einen leichten Funken haben wir auch mit funktionierender Diode).

Die originale Diode steckt leider im Pumpengehäuse und eine neue wird daher in den Bastelanleitungen immer direkt am Kontakt verbaut.
Verwende eine 1N4007, die hält bis 1000 Volt aus und stellt dadurch eine langes Leben des Kontaktes sicher.
die linke Hand zum Gruß
               Richi
          


Offline gilletter1

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Re: Diode Benzinpumpe
« Antwort #2 am: 2017 November 25, 08:50:54 »
Hi Richi,

das ist ja mal ne Erklärung.

Vielen Dank dafür.   :daumenhoch:

Vielleicht mal auf ein  :bier: oder  :bier: :bier:



Gruß Markus

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